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Aritikel

Donnerstag, 24. August 2017

Ferrari, Maserati und die LT10

Als wir uns zu einem Beitrag über die LT10 entschlossen, der die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten unserer kleinsten und einfachsten Säge in einer außergewöhnlichen Umgebung zeigt, war klar, dass man ihn mit niemandem interessanter und aufregender gestalten könnte, als mit Conrad Gruber, denn der schlägt die Brücke zwischen einem 1000 PS Ferrari und einer Wood-Mizer LT10 mit 5,5 KW Motor, in erstaunlicher Selbstverständlichkeit.

Von Beruf ein genialer Entwickler komplexer Motorentechnik, verlässt er sich in seiner Freizeit gern auch mal auf eine einfache LT10. Wir trafen uns in Thierbach in der Wildschönau, wo er in seinen Tuning-Werkstätten den ohnehin schon sagenhaft starken Motoren legendärer Marken, auf höchstem, technischen Niveau noch ein paar hundert zusätzliche PS entlockt. Das kleine Thierbach liegt zwischen kräftig grünen, sanft geschwungen Hügeln, in einem 24 Km langen Hochtal in der Nähe von Wörgl, einem beliebten Tiroler Erholungsgebiet. In dem kleinen Dorf angekommen, suchte ich vergebens nach Hinweisen auf eine der besten Spezialwerkstätten für Sportwagentuning weltweit, nach Lamborghini, Ferrari, Bugatti, Aston Martin oder Maserati. Ich fragte eine freundliche Bäuerin nach dem Weg.

Sie zeigte auf einen schmalen Pfad, der zwischen zwei kleinen Gärten verlief, und sich dann in leichtem Bogen einen kleinen Berg hinaufwand. Langsam folgte ich der schmalen, einspurigen Piste aus Asphalt und Schotter und erreichte nach einigen hundert Metern ein kleines Plateau. Hierher sollten Millionäre aus aller Welt ihre teuren Spielzeuge zum aufmotzen bringen? – kaum vorstellbar. Vor den beiden Gebäuden, die hier auf halber Höhe des kleinen Berges errichtet sind, erwartete mich Conrad Gruber. Er trug eine schwarze Lederhose und ein schwarzes Hemd auf dessen Kragen in kräftigem Gelb sein Firmenlogo – ALBREX leuchtete.

Einladend öffnete er ein schlichtes Tor zu einem kleinen Empfangsraum in dem unter schwarzem Tuch ein Lamborghini kauerte. Alle seine teuren „Patienten“ werden so vor Staub und neugierigen Blicken geschützt. Dann folgte ich ihm in ein penibel aufgeräumtes Lager, in dessen Regalen verschiedenste Tuning-Komponente aus Aluminium lagern, die in eigener Werkstatt auf hundertstel mm genau produziert werden. Dass Gruber in weiten Bereichen seines großen Fachwissens Autodidakt ist, versetzt mich beim Anblick dieser, von ihm entwickelten Werkstücke in bewunderndes Staunen.

Schon als Kind war er fasziniert von Motoren, erklärt er in seiner ruhigen, unaufdringlichen aber sehr präsenten Art. Bei Franz Albert, einem österreichischem Motorenbauen und Rennfahrer vergangener Zeiten, eignete er sich sein Fachwissen an, das er später u. a. bei König in Deutschland, wo er erste Berührungen mit Ferrari hatte, vertiefte. Etwa 200 Meter oberhalb der Werkstätten steht ein weiteres Objekt seiner kreativen Schaffensfreude. Es ist sein rund 400 Jahre altes Elternhaus, das er seit Jahren detailversessen und Ideenreich ausbaut.

Leicht kann man sich darin verlaufen, und wenn man die unter anderem verwendeten Materialien sieht, wie Panzerglas und Stahl, möchte man fast von Häusertuning sprechen. Hier endlich treffen wir auf die Wood-Mizer LT10. Allerdings stand sie nicht in einer simplen Werkstatt im Erdgeschoss, sondern schien sie im zweite Stock zu stehen, gleich neben einem hellen, von einer Glasschiebetür getrennten Wohnzimmer, mit einem auf Rollen gelagerten Glasdach, das sich in einer sternenklaren Sommernacht oder an einem freundlich grünen Frühlingsmorgen auf Knopfdruck fast geräuschlos öffnen lässt.

Das Holz bringt er mit einer Laufkatze auf das 5,85 m lange Sägebett, von wo aus es nach dem Schneiden leicht über eine Zufahrt abtransportiert werden kann, die über das Dach einer in den Fels gehauenen großen Garage zum Haus hinaufführt. Mit der LT10 hat Gruber aus wertvollem, Jahrhunderte altem Altholz die Verschalungen der Ausbauten dieses faszinierenden Hauses geschnitten. Dabei ist ihm die schmale Schnittfuge der Säge wegen des geringen Verschnitts, besonders wichtig.

Zu Freunden sagte Gruber vor dem Kauf der LT10: „Die kostet nicht viel, und was mir verbesserungswürdig erscheint, kann ich ja später ändern.“ Er schneidet nun seit Jahren sein gesamtes Bauholz, Dachlatten, Sparren, Dielen und auch den einen oder anderen Stamm für Freunde auf - verändert hat er an der Säge aber bis heute keine Schraube. Für seine Ansprüche sei sie perfekt, so wie sie ist, sagte er anerkennend. Über eine Wendeltreppe gehen wir hinunter und erreichen einen gut sortierten Weinkeller, der ebenso wie die Garage, in den Fels gehauen wurde, auf dem das große Gebäude steht.

Längst hatte ich die Orientierung verloren, als wir in eine weitere Garage gelangten. Neben einem 54er Jaguar Coupé und einem Ferrari, unter dessen großer Heckscheibe ein 800 PS starker 12-Zylinder Motor Mattsilber und Rot glänzte wie in einer Schmuckvitrine, standen hier auch einige Zwölfzylinder Motoren zur Aufarbeitung und als besonderer Blickfang das hochkomplizierte Triebwerk eines Mirage Kampfjets. Ich wäre untröstlich gewesen, hätte es nicht eine krönende Spritztour im Lamborghini Diablo gegeben. Ein Überholvorgang auf der Landstraße, der weniger als eine Sekunde dauert und einen in den Sitz presst, dass man glaubt in ebenso kurzer Zeit 150 Kilo schwerer geworden zu sein, machte neben all den anderen Eindrücken, meinen Besuch bei Conrad Gruber, zu einem Erlebnis der besonderen Art.
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Kirsten Longmuss
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