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Aritikel

Donnerstag, 24. August 2017

Vom Betongärtner zum Holzgartenbauer mit Eigensinn

Der Brandenburger Marco Grundmann ist eine Frohnatur mit märkischem Akzent. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Heidesee. 1993, im „Betonzeitalter“ beendete er seine Landschaftsgärtnerlehre und gründet um 2000 seine eigene Gartenbau-Firma um endlich kreativ sein zu können und nicht mehr nur Beton in Gärten zu gießen. Sein Unternehmen startet er mit gebrauchten Maschinen, als es besser läuft, schaffte er sich neue Maschinen mit Krediten an, bis er 2004 seine „Bauchlandung“ erlebt, weil ein Großkunde nicht zahlte.

Doch er ließ sich nicht unterkriegen, denn Marco Grundmann ist ein Macher, eine „Made“ wie er sich selbst einmal betitelt hat - weil er sich immer wieder neue Nischen sucht.

Im Januar 2008 ist er auf der Grünen Woche in Berlin, um sich neue Anregungen zu suchen und stieß dort auf einen Stand von Wood-Mizer. „Das war wie ein Blitz, so leise, schnucklig“, so kam ihm die Säge vor. Er sprach lange mit dem Messeteam und bekam kurz vor Toresschluss noch eine extra Vorführung. Eine Idee war geboren!

Beim Bau des heimischen Dachstuhls stieß er auf einen Wood-Mizer Lohnsäger mit einer LT20, der ihm die geschenkten Stämme nach seinen Wünschen aufsägte. Ein neuerlicher Denkanstoß, aber das Kapital fehlte ja. Was tun?

In den Jahren davor hatte er seinen Jagdkumpel Hermann besser kennengelernt und ihm während der Jagdausflüge von der Wood-Mizer vorgeschwärmt. Der hatte 250 ha eigenen Kieferwald und gab bei ihm die vielbeschworene „2te Chance“. „Hol mal ab!“ meinte Hermann eines Tages und so fuhr er nach Schletau und holte sich seine „zukünftige“ LT 15.

Durch Aufträge für Hermann hat er die 7000 € Anschaffungskosten in vier Jahren abgearbeitet: Jagdsitze gebaut, Stämme gefällt und so weiter. Erst durch die Säge wurde er neu inspiriert, sich mit Holz und Holzbau auseinanderzusetzen. Mittlerweile ist die Hälfte seines Betriebsumsatzes dem Holz- und Waldbau zu verdanken. „Hermann sei Dank!“ Und natürlich seiner Lebenserfahrung, nämlich selbständig zu arbeiten, für sich selbst Aufträge zu akquirieren und nur bei Bedarf andere Selbständige hinzuziehen. Zum Beispiel einen befreundeten Zimmermann, wenn es um die Statik bei Carports geht.

Sein erstes großes Holzprojekt war eine 3,5 x 3,5 m große Blockhaus-Sauna im skandinavischen Stil. Im Rahmen eines Gartenbauprojektes kam die Frage auf, ob er auch eine Sauna bauen könnte. Schnell war ein Buch gekauft und mit dem Wissen, dass bei ihm „Learning by doing“ funktioniert sowie mit einem viel zu niedrigem Preis, gab ihm der Bauherr die Chance, sich auszuprobieren. „Du kriegst das schon hin“ war dessen Aussage. Am Ende waren es 350 Stunden Arbeit und 7000 € Ertrag, aber erst jetzt entstand der richtige emotionalen Zugang zum Holz. Nun reihte sich ein Projekt ans andere: Gartenhäuschen, Holzterrassen, Steganlagen, Pergola, Schwimmteiche.

Seine Verkaufsstrategie ist es, die Kunden mit seiner Idee der Nachhaltigkeit und der kurzen Wege mit Holz aus der eigenen Region zu überzeugen. Er hat sich über die Jahre ein Profil erarbeitet und konnte langsam die Preise für seine Arbeit ansteigen lassen, nicht zuletzt durch seine Erfahrungen in Schweden. Er ist dort gerne mit seiner Familie im Urlaub und die Schweden strahlen auf ihn so eine unverkennbare Gelassenheit aus, haben eine entspannte Grundhaltung. Dort sind Handwerker Mangelware und nehmen mittlerweile entsprechende Honorare. Dort ist der Kunde froh wenn der Elektriker nach einem ¾ Jahr Wartezeit kommt und die Sicherung einbaut. Mit jedem Urlaub dort hat er seine Preise angepasst, langsam aber gleichmäßig, hat seinen Kunden erklärt, dass er mit jedem Kind mehr, auch mehr Geld zum Leben braucht und so ist Projekt für Projekt rentabler geworden und seine Finanzen saniert.
Er arbeitet projektbezogen und kann ein großes Spektrum an Leistungen über die Gartengestaltung hinaus anbieten. Zum Beispiel stabilisiert er einen Schwimmteich mit Aufkantungen aus Erle,
oder er macht die Pfähle von Gartenzäunen aus Robinie, die manchmal bei der Verkehrssicherung an Landes- und Bundesstraßen anfallen. Die Staketen der Zäune werden dann aus märkischer Kiefer geschnitten, an die er meist preisgünstig kommt. Deren Vorteil ist, dass „der Kern steht“ und immun gegen Wurm- und Käferbefall ist, da werden selbst die fichtenliebenden Bayern hellhörig und lassen sich überzeugen. So kann er oft Meter- und Festpreise anbieten und verdient mittlerweile gut daran. Selbst eine „räudige Sitzbank“ so Grundmann, ist dann noch als Bonus für den Kunden möglich: zwei Auflagen gemauert, eine geölte ungesäumte Eichenbohle schraubt er drauf und schon hat der Garten des Kunden ein kleines Highlight. Meist plant er die Gärten mit einer Handskizze und versucht Räume zu schaffen, versteckte Sitzecken und Terrassen als Zimmer zu betrachten gehört auch zu seiner Schaffenskunst.
Er versucht feinfühlig und mit Sinn für Design im Gespräch mit dem Kunden die Ideen abzuchecken. Selbst der Abstand der einzelnen Latten bei Gartenzäunen ist eine „hohe Kunst und Glaubensfrage, denn der muss stimmig zur Höhe des Zaunes und zum Ort sein: zu große Abstände wirken billig!“ so Grundmann.

Sein Stil ist bei den Holzobjekten bislang „sägerauh & geschliffen, nicht gehobelt, die Baumkante muss dran bleiben“, so Grundmann. Seine Auftraggeber lieben es, wenn er Fotos im Wald macht, wie aus der märkischen Kiefer oder Robinie von nebenan ihr Gartenzaun oder Carport wird.

Letztem Sommer gab es dann einen schweren Rückschlag: Marco ist vom Baum gefallen und seine rechte Hand hatte einen Trümmerbruch, da „war ich platt“, so Grundmann. Die Kunden warteten und er konnte kaum eingreifen. Zwei Kumpels haben sich heldenhaft eingesetzt und seine Holzprojekte für ihn umgesetzt in der Zeit in der Marco ausfiel. Inzwischen läuft alles wieder sehr gut und so er hatte sich kürzlich entschieden den Balkenhobel von Wood-Mizer zu kaufen. Bislang ist er noch kaum im Einsatz, viel zu viele Projekte laufen, aber es gibt schon Pläne.

Jede Krise birgt bekanntlich Ihre Chancen – so auch bei Marco Grundmann.
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Kirsten Longmuss
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